Ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, möchten wir in gedrängter Form sowohl die Entwicklung der liberalen Freimaurerei in der Schweiz, 

als auch die Ursprünge und die aktuelle Situation des Grossorients der Schweiz, der früheren Grossloge der Schweiz, beschreiben.

Seit dem Zweiten Weltkrieg richtete sich die Grossloge Alpina mehr und mehr nach der vorgeb-lichen Orthodoxie der englischen Grossloge aus und unterlag schlussendlich dem pro-dogmatischen Druck.

Einige Brüder, die sich der Unterordnung der Alpina gegenüber England widersetzten, kontaktierten 1955 den Grand Orient de France und errichteten die freie Loge Lumière et Travail in Lausanne.

Zu diesem Zeitpunkt versuchten Brüder aus den Niederlanden, Österreich und der Schweiz eine Grossloge Europa zu begründen. 

Diese wurde 1956 in Genf ins Leben gerufen. Bei dieser Gelegenheit haben Schweizer Brüder auch einen liberalen Schweizer Logenbund ins Auge gefasst. 

Dieser wurde am 24 Juni 1959 mit den Mitgliederlogen Evolution und Anderson in Lausanne und Zur Leuchtenden Flamme in Zürich Wirklichkeit.

Ein neues Kapitel der liberalen Freimaurerei öffnete sich 1961 mit der Unterzeichnung des « Aufrufs von Strassburg ». Der Grossorient der Schweiz ist eine der 11 Landeslogen, die als Gründer auftraten.

Nach zahlreichen Vorkommnissen, die das Verhältnis der Alpina zur Vereinigten Grossloge von England und Fragen der Anerkennung betrafen, gründeten Genfer Brüder 1966 die Loge Fidelité et Liberté. 

Nun stellte sich die Frage ob man Logen, die der Alpina den Rücken kehren wollten, im Grossorient der Schweiz aufnehmen oder eine Grossloge Schweiz gründen wollte. Sieben Logen entschieden sich für diesen Weg.

Am 24 Juni 1967, in Anwesenheit von 200 Brüdern aus sieben Obedienzen, gründeten die Logen Evolution und Andersen aus Lausanne, die Logen Fidélité et Liberté, Apollonius de Tyane und Mozart et Voltaire aus Genf, 

und die Logen Diethelm Lavater und Jean Gaspard Lavater die Grossloge Schweiz. Der Grossorient der Schweiz hatte seinen Zweck erfüllt und stellte seine Arbeit ein.

Nach 1976 konsolidierte sich die Grossloge Schweiz innerlich, auch durch den Zuzug neuer Logen und nach aussen durch die Verstärkung der Beziehungen mit anderen liberalen maurerischen Grosslogen.

Durch Beschluss des Konvents 1995 beschloss unser Bund, inzwischen auf 20 Logen angewachsen, sich wieder Grossorient der Schweiz zu nennen.

Anlässlich der Konvente 1996 und 2006 verabschiedeten dann die Mitgliedlogen die Statuten und Reglemente des Grossorients der Schweiz wie wir sie heute kennen.

Der Grossorient der Schweiz anerkennt alle Riten, welche der Definition einer gerechten und vollkommenen Loge gemàss dem Strassburger Appel genügen. 

Seine Logen praktizieren ausschliesslich, die Grade der symbolischen Freimauerei.